Die Herausforderungen der EU und die schwedische Ratspräsidentschaft

29. Juni 2009 von H. Wittmann

In einem Aufsatz hat die schwedische Botschafterin in Deutschland, Ruth Jacoby, auf die Herausforderungen hingewiesen, die die Wirtschaftskrise an Europa stellt, und die eine gemeinsame Antwort der EU erfordert. Neben den Maßnahmen zugunsten der Konjunktur und des Klimaschutzes möchte Schweden auch zur Vollendung des Vertrags von Lissabon beitragen. Außerdem erinnert Ruth Jacoby an Strategie für den Ostseeraum und die Weiterentwicklung der europäischen Nachbarschaftspolitik. Die Botschafterin bekräftigt auch ihren Wunsch nach einer Stärkung der deutsch-schwedischen Beziehungen.

ruth-jacobyDie schwedische EU-Ratspräsidentschaft findet in einer Zeit statt, die von besonderen Bedingungen geprägt ist. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat Europa mit voller Kraft getroffen. In dieser Zeit ist ein starkes und handlungsfähiges Europa, das sich gemeinsam den Fragen stellt, die gemeinsame Lösungen erfordern, wichtiger denn je. Als wir mit der Planung unseres Ratsvorsitzes begannen, gab es noch keine Wirtschaftskrise: die Arbeit der EU zu leiten, bedeutet also immer auch ein hohes Maß an Flexibilität.

Schweden wird seine Aufmerksamkeit vor allem zwei Themenbereichen widmen. Diese sind von großer Bedeutung, offenkundig und betreffen jede Bürgerin und jeden Bürger in Europa. Erstens müssen wir uns um die Wirtschaftskrise und die steigende Arbeitslosigkeit kümmern. Es ist überaus wichtig, dass wir wieder ein nachhaltiges Wachstum erreichen. Uns obliegt die gemeinsame Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Europäische Union gestärkt aus der Finanzkrise hervorgeht. Der zweite wichtige Themenbereich ist der Klimaschutz. Im Dezember findet in Kopenhagen das Gipfeltreffen statt, auf dem ein neues Klimaschutzabkommen als Nachfolge für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden soll. Auf diesem Gebiet müssen konkrete Resultate erreicht werden.

Das kommende Halbjahr wird auch von Veränderung und Erneuerung geprägt sein. Das neu gewählte Europäische Parlament wird seine Arbeit aufnehmen und eine neue Kommission ernannt. Darüber hinaus hoffe ich, dass wir während unseres Ratsvorsitzes den Vertrag von Lissabon auf den Weg bringen können, der uns zeitgemäßere Spielregeln und bessere Voraussetzungen bietet, den politischen Herausforderungen von morgen zu begegnen.

Die Ratspräsidentschaft wird sich auch anderen wichtigen Aufgaben wie der Stärkung der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Justiz und der Flüchtlingspolitik sowie der Verbrechensbekämpfung im Rahmen des so genannten Stockholmer Programms widmen. Die Verabschiedung einer Strategie für den Ostseeraum, um dessen Umweltprobleme bewältigen und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken zu können, zählt ebenso dazu wie die EU-Erweiterung und fortgesetzte Anstrengungen zur Entwicklung der europäischen Nachbarschaftspolitik. Die schwedische Ratspräsidentschaft wird außerdem die Arbeit zur Stärkung der EU als globaler Akteur mit einer klaren Agenda für Frieden, Entwicklung, Demokratie und Menschenrechte fortführen.

Für mich als schwedische Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland wird der schwedische EU-Ratsvorsitz auch stark von den guten Beziehungen zwischen unseren beiden Staaten geprägt sein, von Deutschlands wichtiger Rolle in der EU-Zusammenarbeit, von der Bundestagswahl und den Feierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls.

Eine EU-Ratspräsidentschaft bietet neue Gelegenheiten der Zusammenarbeit und der Vertiefung von Beziehungen. Sie macht neue Begegnungen möglich – zwischen Entscheidungsträgern, Bürgerinnen und Bürgern, Regionen und Ländern. Diese Gelegenheiten wollen wir nutzen und ich hoffe, dass die schwedische Ratspräsidentschaft zu einer weiteren Stärkung der Verbindungen zwischen Schweden und Deutschland beitragen kann.

Ruth Jacoby
Botschafterin

Foto: Pawel Flato

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1 response about “Die Herausforderungen der EU und die schwedische Ratspräsidentschaft”

  1. Le blog: Rattraper le retard - Das Frankreich-Blog - France blog said:

    [...] En plus, c’est maintenant le tour de la Suède d’exercer la présidence du Conseil de l’Union européene. La France paraît être décidée d’affronter la crise sans un rationnement des déüenses publiques. > Nicolas Sarkozy , le 22 juin devant le Congrès, était très clair sur ce point :”Je ne sacrifierai pas l’investissement parce que sans investissement il n’y a plus d’avenir. Parce que la politique du rationnement aveugle de la dépense est une politique qui conduit à ne pas choisir et qui, au bout du compte, ne permet pas de maitriser la dépense. Cette politique a trop souvent conduit à couper dans les bonnes dépenses et à laisser filer les mauvaises,” tandis que la Suède envisage d’essayer de limiter le trou financier, on veut, dit-on, trouver une stratégie pour sortir de ce cercle vicieux de dépenses sans bornes. Or, les Suédois ont aussi inscrit la politique du climat et l’achèvement du traité de Lisbonne sur leur agenda: > Die Herausforderungen der EU und die schwedische Ratspräsidentschaft. [...]

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